Adresse Hauptstandort
Rindermarkt 17
80331 München
info@diz-muc.de
Nephrologische Praxis
T 089 2670-83
Dialyse im Zentrum
T 089 530701- 0
Dialyse in Solln
T 089 530701-80
Diabetologische Praxis
T 089 2670-83
Anfahrt

Zur Google Maps Karte

Lipidambulanz

BEDEUTUNG FETTSTOFFWECHSELSTÖRUNG

Die Begrifflichkeit „Fettstoffwechsel“ bezeichnet die

  • Aufnahme von Fetten aus dem Darm
  • den Transport der Fette sowie die Bereitstellung von Fetten in der Leber
  • den Bluttransport
  • Aufnahme der Lipide in Zellen
  • den Abbau und Ausscheidung durch die Leber.

Störungen können zu einer Zunahme oder Abnahme der Konzentration an Blutfetten führen. Die Blutfette werden oft unter der Bezeichnung „Cholesterin“ zusammengefasst. Diese Fettmoleküle werden normalerweise als Bestandteile der Zellmembranen und als Energielieferanten benötigt und bei Bedarf über das Blut zu den Körperzellen transportiert. Da Fette wie z.B. Cholesterin nicht wasserlöslich sind, werden sie in Eiweißhüllen gepackt, um über den Blutkreislauf transportiert werden zu können.

In manchen Situationen befindet sich mehr Cholesterin im Blut, als die Körperzellen aufnehmen können, dann kann es zu Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden kommen. Diese Cholesterineinlagerungen werden in einem zweiten Schritt in Kalkablagerungen umgewandelt (als Gefäßverkalkung bezeichnet). Die ersten bewussten Symptome treten auf, wenn mehr als 70% der Gefäße verschlossen sind.

MÖGLICHE ANZEICHEN FÜR EINE GEFÄSSVERENGUNG

  • dauerhaft starke Wadenschmerzen beim Gehen
  • Schmerzen in der Brust bei Anstrengungen

Oft bleibt die Erkrankung allerdings unentdeckt, bis es zum Gesamtverschluss des Gefäßes kommt.

Bei einem kompletten Verschluss des Gefäßes reißt die geschädigte Gefäßinnenwand ein. Durch abgerissene Teile der Gefäßwand oder durch Gerinnsel kann es dazu kommen, dass das Gefäß komplett verschlossen wird.

FOLGEN BEI EINEM GEFÄSSVERSCHLUSS

Bei einem Gefäßverschluss wird das dahinterliegende Gewebe nicht mehr durchblutet und kann absterben. Ebenso führt eine hochgradige Verengung dazu, dass das Gewebe zu wenig mit Sauerstoff versorgt und geschädigt wird. Je nachdem wo die Verengung oder der Gefäßverschluss liegt, sprechen wir von

  • Koronare Herzerkrankung oder Herzinfarkt
    Arterien, die das Herz versorgen
  • Schlaganfall
    Arterien, die das Gehirn versorgen
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
    Gefäße, die die Beine versorgen

Die Gefäßverengung ist vielseitig in ihrer Ausprägung, die Ursachen sind jedoch gut diagnostizierbar und heute sehr gut behandelbar.

Zur Bestimmung des individuellen Risikos eine Gefäßverkalkung zu erleiden, ist es wichtig, alle Risikofaktoren für die Gefäßverkalkung frühzeitig abzuklären.

TYPISCHE RISIKOFAKTOREN

Als einer der wichtigsten Risikofaktoren gilt das Cholesterin, das zu den Blutfetten gehört. Weitere wissenschaftlich nachgewiesene Risikofaktoren sind

  • Familiäre Belastung
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Rauchen
  • Übergewicht

CHOLESTERIN & FETTSTOFfWECHSELSTÖRUNG

Zusammen mit den verschiedenen Risikofaktoren, die Fettstoffwechselstörungen verursachen, sind auch die Funktionen der einzelnen Blutfettwerte von Bedeutung.

Üblicherweise werden fünf Blutfette unterschieden.

  • Gesamtcholesterin
  • LDL-Cholesterin
  • HDL-Cholesterin
  • Triglyceride
  • Lipoprotein(a)

Jedes der Cholesterine nimmt unterschiedliche Aufgaben im Körper wahr.

Das LDL-Cholesterin bringt das Cholesterin zu den Zellen. Hohes LDL-Cholesterin wird leicht in die Gefäßwand eingebaut und fördert damit Gefäßverengung und Gefäßverkalkung.

Das HDL-Cholesterin holt überschüssiges Cholesterin von den Zellen ab. Ein niedriges HDL-Cholesterin ist damit ein zusätzlicher Risikofaktor.

Triglyzeride transportieren Fettsäuren, speichern Energie im Fettgewebe und dienen der Energiegewinnung. Nachweisbare Triglyzeride stammen aus der Nahrung oder wurden in der Leber gebildet.

Das Lipoprotein(a) (Lp(a)) gilt heute als unabhängiger, genetisch festgelegter Risikofaktor. Einmal gemessen, weiß jeder, ob er diesen Risikofaktor zusätzlich in sich trägt. Es besteht aus Fetten (Lipiden) und Eiweißen (Proteinen).

Der Fettstoffwechsel ist einer der wichtigsten Prozesse im Körper. Jede Zelle benötigt beispielsweise Cholesterin als Baustoff für die Zellenwand.

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung haben Fettstoffwechselstörungen nicht automatisch mit Übergewicht zu tun. Auch bei Normalgewicht kann man an einer Fettstoffwechselstörung leiden.

FETTMODIFIZIERTE ERNÄHRUNG ALS VORSORGE

Die Vermeidung von sichtbaren und versteckten tierischen Fetten ist ein wichtiger Schritt, um eine LDL-cholesterinsenkung zu erreichen. 

Dabei geht es nicht darum, tierische Fette völlig zu vermeiden, sondern ihren Anteil in ein richtiges Verhältnis zu den anderen Nahrungsbestandteilen zu bringen. Verstecktes Fett beinhalten Produkte wie z.B. Wurst, Käse und Milch, aber auch Soßen und viele Fertiggerichte.

RISIKEN FRÜHZEITIG ERKENNEN UND ABHILFE SCHAFFEN

Wie viele andere Krankheiten werden auch die Fettstoffwechselstörungen nach Schweregrad behandelt. Eine gesunde Lebensweise als Basis kann vielen Patienten helfen, Fettstoffwechselstörungen zu verbessern. Hierzu gehören eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung.

Eine gesunde Lebensweise alleine führt nicht immer zum gewünschten Ergebnis. In diesem Fall hilft fast immer eine medikamentöse Behandlung.

Führen die Therapieschritte „gesunde Lebensweise“ und „medikamentöse Behandlung“ nicht zum gewünschten Ergebnis, dann leitet der behandelnde Arzt i.d.R. eine Kombinationsbehandlung aus mehreren Medikamenten ein.

Liegt eine familiäre Veranlagung für Fettstoffwechselstörungen vor, oder führen die Therapieschritte eins bis drei nicht zum gewünschten Ergebnis, dann kann die Lipid- Apherese als letztes mögliches Behandlungsverfahren zur Anwendung kommen.

Die Lipid-Apherese ist eine Art Blutwäsche, mit der das LDL-Cholesterin und das Lp(a) aus dem Blut entfernt werden kann. In der Regel erfolgt die Blutwäsche einmal pro Woche. Durch diese Therapie werden LDL-Cholesterinspiegel und Lp(a) um ca.70% gesenkt.

Das Risiko von Gefäßverschlüssen, die z.B. zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit führen, wird damit in hohem Maße reduziert.